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29.04.2008
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Kleine Roboter erobern Wasser und Luft

Künstliche Quallen in Aktion: AirJelly und AquaJelly

Yasmin Kötter

Künstliche Quallen in Aktion: AirJelly und AquaJelly

Filigrane Tentakel, die sich wellenförmig bewegen, und ein durchsichtiger Körper, der wie von Geisterhand schwebt. Für die einen sind Quallen eine lästige Plage im Sommerurlaub - unnütze Tiere, deren einzige Lebensaufgabe darin besteht, nichtsahnende Schwimmer im Meer zu überraschen. Für die anderen sind die Medusen ein Meisterwerk der Natur. So auch für die in Deutschland ansässige Firma Festo, die sich die Bewegungsmuster der Tiere für ihre Forschungsprojekte zunutze macht.

Wie das lebendige Vorbild bewegt sich die von Festo entwickelte AirJelly. Wie der Name verrät, ist ihr Element allerdings nicht das Wasser, sondern die Luft. Vergangene Woche demonstierte das Unternehmen die ferngesteuerte, künstliche Qualle auf der Hannover Messe. AirJelly sei das erste Indoor-Flugobjekt mit peristaltischem Antrieb, ein Objekt also, das sich durch Muskeltätigkeit fortbewegt.


Als Energiequelle dienen der Luft-Qualle zwei Lithium-Ionen-Polymer-Akkus. Der zentrale Antrieb überträgt die Kraft auf ein Kegelrad, das mit acht Stirnrädern verbunden ist. Die wiederum bewegen über Kurbeln die Tentakel der Roboter. Durch eine wellenförmige Bewegung, die der einer Fischflosse nachempfunden ist, gleitet das künstliche Tier durch die Luft. Für den nötigen Auftrieb sorgt dabei ein mit Helium gefüllter Ballon, der in der Mitte der AirJelly sitzt.

Für die dreidimensionale Steuerung dienen laut Festo zwei Servomotoren, mit denen der Schwerpunkt sich verlagern lässt und so die Richtung bestimmbar ist. Die Schubkraft varriert, je nachdem ob die Tentakel sich schnell oder langsam bewegen.


Ähnlich ist die AquaJelly aufgebaut. Der Unterwasserroboter besitzt jedoch keinen Helium-Ballon. In der Mitte sitzt lediglich ein Druckkörper, der die Tentakel antreibt. Anders als die Luft-Quallen bewegen sich die AquaJellies autonom. Das heißt kein Programmierer gibt ihnen vor, wie sie sich bewegen müssen. Mittels Infrarot kommunizieren die künstlichen Tierchen selbstständig untereinander und können sich orten. Sie bilden einen Schwarm.

Sogar um das Aufladen der Akkus kümmern sich die Wasserroboter eigenständig. Sie stehen in ständiger Verbindung zur Ladestation und schwimmen wenn nötig dorthin. Was sich in jedem Blockbuster ausgesprochen gut als Demonstration einer außerirdischen Lebensform machen würde, ist zunächst ein reines Forschungsprojekt in der Bionik, bei dem die Wissenschaftler das natürliche Schwarmverhalten von Lebewesen auf technische Prozesse übertragen.


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