Der Montagmorgen aus Sicht der netzwelt
An den Tasten: Echte Kerle
Mehmet Toprak
Revitalisierung können gerade die Männer zurzeit dringend brauchen. Hat doch gerade erst Der Spiegel gezeigt, wie sehr die Emanzipation den Mann niedergedrückt hat. Und bei Plasbergs Talkshow "Hart, aber fair" wurde der männliche Niedergang noch mal genüsslich ausdiskutiert. Doch die IT-News der letzten Tage liefern Stoff, um aus Desktop-Schlaffis wieder echte Kerle zu machen.
Da ist zum Beispiel Das Keyboard. Kein Tippfehler, es heißt so. Eine Tastatur von der US-Firma Metadot nach dem Vorbild von IBMs legendärer M-Tastatur, die besonders bei Servern eingesetzt wurde. Ein Eingabegerät mit richtig Tastenhub, bei dem sich jede Taste mit einem satten Klick meldet. Die Leer-Taste macht wahrscheinlich "Klack" und die Enter-Taste "Klonk". Eine akustische Kampfansage an all diese schwindligen Plastik-Dinger mit Multimedia-Knöpfchen und Gel-Kissen. Kurz: Die Tastatur für Männer.
Sattes Klicken aus der Pfalz
Damit es beim Schreiben auch richtig schön klickt und klackt, haben die Amerikaner den Großmeister des taktilen Vergnügens aufgesucht, die deutsche Firma Cherry im oberpfälzischen Auerbach. Die haben alle Tasten mit Goldkontakten versehen, eine Technik, die Cherry seit Längerem bei Vielschreiber-Keyboards einsetzt. Bis zu 50 Millionen Betätigungen soll Das Keyboard aushalten. So viele wie auch Cherrys Business-Tastatur G80-300. Selbst frenetische Vieltipper werden Mühe haben, das Ding klein zu kriegen. Eine herkömmliche Home-Office-Tastatur hält gerade mal zehn Millionen Betätigungen aus.
Für ganz Ambitionierte gibt es das kultige Eingabegerät auch in einer Ultimate Edition. Bei der haben die Tasten keine Beschriftung mehr. Damit ist der Schreiber gezwungen, auf den Bildschirm zu sehen und die Tastenbelegung mit der Zeit wie von selbst zu lernen. Einsteiger in die Welt des kernigen Highspeed-Tippens nehmen das Professional-Modell mit Beschriftung. Man muss es ja nicht übertreiben.

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Kultiges Schreibgerät: Das Keyboard soll durch erstklassige Verarbeitung und klassisches Design bestechen.
Metadot Corporation ist eigentlich eine Software-Firma, spezialisiert auf Open-Source-Software wie den Metadot Portal Server. Sitz der Firma ist Austin, Texas. Die Idee für das Super-Keyboard kam Firmengründer Daniel Guermeur nach eigenen Worten, weil er jeden Tag acht Stunden tippen musste. Er glaubte, dass er schneller fertig würde, wenn er nicht dauernd auf die Tastatur schauen müsste. So begann er sich nach einer Tastatur ohne Beschriftung umzusehen, die auch noch einen besonders leckeren Anschlag haben sollte.
Das Keyboard, eine beglückende Kombination aus pfälzischer Handwerkskunst und texanischer Sprücheklopperei, soll ab Mitte Juli auch in Deutschland erhältlich sein. Der Onlineshop Get Digital.de bietet es bei Vorbestellung für 79 Euro an. Danach kostet es 99 Euro. Allerdings gibt es die Version mit Euro-Layout vorerst nur in der Ultimate Edition, also ohne Beschriftung. Ein dicker Wermutstropfen.
Die weiteren Daten von Das Keyboard:
• 104/105-Tasten-Layout
• 2 USB-Ports
• schwarzes USB-Kabel (2 m)
• Tasten mit Goldkontakten
• blaue LEDs
Asus und Panasonic: Laptops für Wind und Wetter
Weil echte Kerle sich am wohlsten draußen bei Wind und Wetter fühlen, brauchen sie logischerweise auch einen Laptop für draußen. Aber nicht so ein Klavierlack-Lifestyle-Teil, wo der Besitzer beim ersten Kratzer in Tränen ausbricht. Ein schweres Gerät muss her. "Ruggedized" heißt das in der Branche. So was kommt jetzt von Asus, das B51E. Es ist "tough built to serve in the rough fields". Der harte Kämpfer steckt in einem Magnesium-Gehäuse und ist an den Kanten durch Gummidämpfer geschützt. Das B51E ist, wie es sich gehört, nach Militärstandards getestet (MIL 810F Method 516.5 Procedure IV) und übersteht laut Asus einen Fall vom 75 Zentimeter hohen Tisch. Das Display ist mit einem speziellen Schutzfilm überzogen.
Angetrieben wird der mobile Rustikus von Intels Core Duo Prozessor. Als Chipsatz dienen Intels Mobile GM965 oder GMA X3100 Gfx. Der DDR2-Arbeitsspeicher arbeitet mit einer Taktrate von 667 Megahertz. Eine Webcam und Wireless-Module sind ebenfalls eingebaut - zum Message-Senden aus dem kolumbianischen Dschungel nach erfolgter Geiselbefreiung.
Nur beim Betriebssystem mag man(n) nicht so recht an Stabilität und Militärstandards glauben: Windows Vista Business ist doch ein eher ziviles Stück Software.
Erster UMPC mit Intels Atom-Prozessor
Tage zuvor hatte auch Panasonic ein weiteres Modell aus der erfolgreichen Toughbook-Serie angekündigt. Das Toughbook CF-U1 ist der erste UMPC (Ultra Mobile PC) mit Intels neuem Stromspar-Prozessor Atom. Eine weitere Besonderheit des UMPC ist die Solid State Disk mit 16 Gigabyte. Die Batterielaufzeit soll bei neun Stunden liegen, was gleich mehrere Dschungelabenteuer hintereinander möglich machen könnte. Hoffentlich hat Panasonic hier den Marketing-Mund nicht zu voll genommen. Im August soll das CF-U1 in den Handel kommen, dann schlägt die Stunde der Wahrheit.

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Knallharter Stromsparer: Das Panasonic CF-U1 arbeitet mit Intels Atom-Prozessor.
Allen Männern eine Testosteron-starke KW 28 wünscht die Redaktion der netzwelt - bei der die Redakteurinnen kein Problem damit hätten, wenn die Herren Kollegen mal richtig in die Tasten hauen würden.
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