Eine hochwertige Kompaktkamera für mehr als Geotagging
Wegweisend: GPS-Kamera Nikon Coolpix P6000 im Test
Jan Johannsen
Mit der Coolpix P6000 betritt Nikon als erster Kamerahersteller Neuland. Die hochwertige Digitalkamera ist das erste Kompaktmodell mit einem integriertem GPS-Empfänger. Dass an der P6000 nicht nur Geotagging-Begeisterte ihre Freude haben werden, lassen der Bildsensor mit einer Auflösung von 13 Megapixeln, der vierfache optische Zoom und viele manuelle Einstellungsmöglichkeiten erwarten.
Inhalt
- GPS in der Praxis
- Auch ohne GPS eine gute Figur
- Fazit
- Testbilder
- Datenblatt
GPS, Geräte und Geotagging
Das kürzel GPS steht für "Global Positioning System". In den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts hat das US-Verteidigungsministerum das satellitengestützte Navigationssystem entwickelt. Heute ist das einst geheime Militärprojekt auch für Zivilisten verfügbar und wird von ihnen ausgiebig in Handys sowie Navigationsgeräten für Autos, Fußgänger und Radfahrer genutzt. Die Ortungsgenauigkeit eines Satelliten liegt bei zehn bis zwanzig Metern, durch die Anpeilung mehrerer Satelliten kann ein GPS-Empfänger seinen Standort auf wenige Zentimeter genau bestimmen.

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Die Nikon Coolpix P6000 zeigt die GPS-Signalstärke der letzten Aufnahmen an.
(Klick vergrößert.)
Aber eine Kamera ist doch kein Navigationsgerät, mag jetzt der eine oder andere denken und hat damit recht. Nikon hat das GPS-Modul nicht in die P6000 eingebaut, damit Fotografen immer wissen, wo sie sich gerade auf dem Globus befinden. Hauptzweck der neuen Technik in der Kamera ist vielmehr, das immer beliebter werdende Geotagging zu vereinfachen.
Beim Geotagging schreibt man geografische Koordinaten der Aufnahme in die Exif-Daten der Bilddateien. Mit diesen Daten lassen sich nicht nur Urlaubsfotos auf Landkarten anzeigen, sondern auch ganze Bildarchive sortieren.
GPS in der Praxis
Das GPS-Modul in der Nikon P6000 ist schnell aktiviert. Allerdings hat es während des Tests immer drei bis vier Minuten gedauert, bis die Satellitensignale verfügbar waren. Navigationsgeräte in Autos sind in der Regel schneller, befinden sich aber oft auch nur in einem Standby-Modus. Der GPS-Empfänger der Kamera kann nur unter freien Himmel Verbindung aufnehmen. Schon in Wäldern ist die Ortung oft nur bedingt möglich.

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Ist die Funktionstaste entsprechend konfiguriert, ist der GPS-Empfänger mit wenigen Schritten aktiviert.
(Klick vergrößert.)
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In der Tat hat Nikon mit der P6000 einen Schritt nach vorne gemacht. GPS und Geotagging wird aber meiner Ansicht nach in allen Berichten komplett unterschätzt. Bilder in Google Earth anzeigen ist nett. Interessant sind dagegen die Möglichkeiten:
- Über die Koordinaten die Bilder automatisch Verschlagworten (Land, Bundesland, Stadt, ...) Das geht heute schon über freie Online-Datenbanken mit Ortsnamen.
- Kartengestützte Filter: "Zoome in eine Karte und finde alle Bilder auf der Festplatte die in dem Bereich geschossen wurden"
- ...
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Wenn es stimmt, dass das GPS der P6000 _immer_ 4-5 Minuten zum initialisieren braucht, dann hätte da doch Nikon etwas verbockt. Moderne GPS-Chips brauchen schon mal 5 Minuten oder länger für einen kompletten Kaltstart (Das Gerät wurde >100 km seit dem letzten Gebrauch transportiert, länger als 3-4 Monate nicht benutzt). Ansonsten speichern moderne GPS-Empfänger sogenannte Almanachdaten und verwenden weitere Tricks um einen Warmstart zu ermöglichen. Der dauert in der Regel weniger als 1 Minute.
Für gewisse Nikon und Canon DSLRs gibt übrigens Zubehör-GPS (Dawntech, Solmeta) die ebenfalls direkt bei Aufnahme die GPS-Info ins Bild schreiben. Diese Geräte brauchen bei freiem Himmel definitiv weniger Zeit zum initialisieren. Und Solmeta kann sogar per e-Kompass die Bildrichtung abspeichern.
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