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14.10.2008
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Kostenloses IPTV-Projekt jetzt ohne Software und mit Flash

Internetfernsehen im Browser: Joost erfindet sich neu

Internetfernsehen

Video-Streams bekommen sozialen Anstrich

Mit installiertem Flash-Plugin und angemeldetem Profil dauert es auf der Joost-Homepage nur wenige Sekunden, bis ein Video abgespielt wird. Rechts neben dem Bild haben die Zuschauer Zugriff auf eine Vielzahl von Kategorien wie Channel, Popular, Random, redaktionell gepflegte Our Picks oder die persönlichen Favorites. Wer möchte, kann auch mehrere Videos hintereinander in eine Warteschlange packen und über Queue abrufen.

Die Inhalte - laut Joost mehr als 35.000 Videos - sind in die Kategorien Shows, Music und Film aufgeteilt. Hier warten wiederum Unterverzeichnisse wie Animation, Sexy, Fantasy oder Interviews. Unter jedem Video bietet die Joost-Website eine Fülle von sozialen Komponenten: Nutzer können Videos per E-Mail empfehlen, kommentieren, mit Tags versehen oder eine Bewertung per Shout an die Entwickler rufen.

Wie in sozialen Netzwerken à la MySpace oder StudiVZ können die Besucher Gruppen beitreten oder Freunde finden, deren Video-Empfehlungen daraufhin angezeigt werden. Der JoostFeed treibt die Interaktion auf die Spitze: Die zuletzt angeschauten Videos der Freunde lassen sich über einen RSS-Ticker anzeigen und so beispielsweise von unterwegs abrufen. Wer selbst nicht dermaßen transparent sein will, kann in den Optionen einen Stealth Mode aktivieren.

Bedienkomfort: Werben und Warten

Wird die Maus über das laufende Video bewegt, erscheint der so genannte Zapper, ein kleines Bedienmenü. Hier ist es auch möglich, in den Vollbildmodus zu schalten - die Auflösung des Materials ist allerdings zu gering dafür und das Ergebnis entsprechend enttäuschend. Ladezeiten der Videos und auch die Navigation in den Menüs sind noch deutlich langsamer als von der Software-Version von Joost gewohnt. Möglicherweise sind diese Schwierigkeiten aber Kinderkrankheiten des noch jungen Online-Auftritts.

Joost: Internetfernsehen im Browser

  • Plugin
  • Ladebildschirm
  • Werbung
  • Vollbild
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Um die Inhalte kostenlos anbieten zu können, ist Joost werbefinanziert. Deshalb erscheint vor jedem Video ein etwa fünfsekündiger Werbe-Einspieler, bei längeren Sendungen läuft mittendrin zusätzlich noch eine 30-sekündige Unterbrecherwerbung. Eine Markierung in der Zeitleiste des Zappers zeigt an, wann diese Werbung ausgestrahlt wird. Im Praxistest wirkte die Länge der Werbung vollkommen akzeptabel, das Video-Vergnügen wurde nicht gestört.

Fazit: Neue Chancen, alte Schwächen

Wer Joost zu Software-Zeiten ausprobiert hat und jetzt die Online-Variante sieht, merkt, dass die Inhalte online deutlich besser aufgehoben sind. In Zeiten von Portalen wie YouTube ist der Browser zum Standard-Medium für Video-Wiedergabe geworden. Entsprechend höher dürfte daher auch die Akzeptanz der Nutzer sein. Jetzt, wo das Joost-Plugin nur noch optional ist, fällt eine weitere Einstiegshürde weg.

Die Annäherung an YouTube ist aber auch eine der größten Gefahren für Joost: Denn wo Googles gigantisches Videoportal mit Millionen von nutzergenerierten Inhalten auftrumpft, schwächelt Joost mit 35.000 Inhalten und ohne Upload-Funktion für den User. Mit dem Wechsel zur Web-Applikation hat Joost den ersten Rettungsanker erfolgreich ausgeworfen. Doch ein zweiter muss möglichst zügig folgen, um sich im hart umkämpften Markt der Online-Videos zu behaupten. Und zwar in Form von hochklassigen Inhalten jenseits von Bikini-Babes und alten Transformers-Folgen.

Update vom 14. Oktober: Joost hat die Videoinhalte endgültig auf das Flash-Format umgestellt. Damit müssen IPTV-Zuschauer kein spezielles Plugin mehr installieren, um die Inhalte empfangen zu können. Das normale Flash-Plugin für den Browser ist aber nach wie vor nötig.

Joost wird zudem in den nächsten Wochen Inhalte von Warner Bros. hinzufügen, namentlich die Serien Friends, Veronica Mars und Gilmore Girls. Hinzu kommen noch Kinofilme wie Das fünfte Element, Ghostbusters, Karate Kid, Men in Black oder Underworld: Evolution. Allerdings sperrt Joost über die IP-Adresse alle Besucher außerhalb der USA aus lizenzrechtlichen Gründen aus. Mit dem AnchorFree Hotspot Shield lässt sich dieser Filter umgehen.

Autor/in: (mz)


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