Mit der neuen Version 2.6 wird Gimp zukunftsfest gemacht
Gimp-Entwickler im Interview: "Unser Ziel sind die Profis"
Jens Fliege
Gimp 2.6 ist da. Die neue Version hat nicht nur einige neue Features an Bord, sondern steht vor einer großen Umwälzung. Gegl heißt das Zauberwort. Doch was ist das überhaupt? Simon Budig aus dem Gimp-Team erklärt die Umbrüche, die sich auch schon in der neuen Version ankündigen, im netzwelt-Interview.
netzwelt: Wie ist Ihr Eindruck von der neuen Gimp-Version, Herr Budig?
Budig: Wir sind mit GIMP 2.6 auf dem richtigen Weg. Es gibt einige Sachen, an die man sich gewöhnen muss. Da sind noch so ein paar Ecken und Enden, bei denen man denkt: Das hätte in der 2.6er Version auch gefixt werden können, aber irgendwann muss man einen Strich ziehen und veröffentlichen.
netzwelt: Woran denken Sie, wenn Sie sagen: Wir sind auf dem richtigen Weg?
Budig: Wir schauen uns seit einer ganzen Weile die Usability von Gimp an. Dabei hilft uns Interaction-Architekt Peter Sikking aus Berlin. Wir sind als Entwickler nicht die typischen Gimp-Benutzer. Uns reizt am Projekt mehr die technische Herausforderung. Daher fällt es uns schwer zu beurteilen, ob das, was wir gerade entwickeln, zu typischen Arbeitsabläufen für Nutzer werden kann.

![]()
![]()
Unterstützt seit vielen Jahren das Gimp-Projekt: Simon Budig
(Klick vergrößert.)
netzwelt: Was ist ein Interaction-Architekt?
Budig: Sikking bezeichnet sich als Interaction-Architekt, um sich von den GUI-Designern abzuheben. Ihm geht es nicht darum, wie die Elemente grafisch konkret aussehen, sondern welche Aktionen ein Nutzer am Computer mit ihnen durchführt.
netzwelt: Es geht also darum, wie ein Prozess durchgeführt wird, nicht, ob der Button grün oder rot ist?
Budig: Richtig. Peter Sikking hat uns außerdem dabei geholfen, eine Produktvision zu entwickeln. Wir haben uns gemeinsam angesehen, wie Nutzer mit Gimp umgehen, wie sie mit Photoshop oder ähnlichen Produkten umgehen und haben versucht, herauszubekommen, wie Nutzer gerne mit Gimp arbeiten würden. Viele Entwickler wissen das tatsächlich gar nicht so hundertprozentig.
netzwelt: Und was für eine Produktvision hat sich dabei ergeben?
Erste Eindrücke: Gimp 2.6
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Budig: Eine wichtige Erkenntnis war, dass wir Gimp für Anwender entwickeln wollen, die Vollzeit oder zumindest sehr ambitioniert mit dem Programm arbeiten wollen.
netzwelt: Sie haben also ein professionelles Umfeld für Gimp im Auge?
Druckversion | Links zum Artikel | Kommentare
Mehr über: Gimp, Software, Interview, Bildbearbeitung, Foto-Software
-
Ausblick: Das sind die Neuerungen von Gimp 2.6
Mit dem Versionssprung stehen viele Änderungen ins Haus -
Freeware-Download: GIMP
Version 2.4: Neu im Software-Archiv von netzwelt -
Der kostenlose Photoshop-Klon: Artweaver
Eine Freeware macht älteren Photoshop-Versionen Konkurrenz
Links zum Artikel
Diskutieren Sie zu diesen Artikel im Forum!
Neues Thema eröffnen
Ich weiss noch, als ich in einer Mailingliste denen vorgeschlagen habe, die Bedienoberfläche zu verbessern, weil so ziemlich jeder, der Gimp schon mal benutzt hat, diese bemängelte. Als Antwort bekam ich ein dahingeschnauztes "Programmier doch dein Gimp selber wenn's dir nicht passt! Wir machen Gimp für uns, nicht für euch Anwender!" - und jetzt plötzlich wollen sie sich an professionelle Benutzer wenden?
Zitat:
Es ist Anfangs nicht immer ganz klar, wieso etwas nicht das macht was man will, aber nach etwas lesen der Doku (Stichwort: Kontexthilfe) ist es ein wunderbares Werkzeug, das ich nicht mehr weggeben möchte!
Ich nutze allerdings den 2.4.5 und hoffe, daß die Änderungen zur 2.6 nicht eine neue Lernphase nach sich ziehen...
Zitat:
Grüße Grunzer
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben








