Windows XP bleibt weiter attraktiv
Microsofts Selbstzweifel: Vista-Downgrade verlängert
Moritz Zielenkewitz
Microsofts Vertrauen in Windows Vista bleibt weiterhin fraglich: Der Konzern kündigte an, noch weitere sechs Monate lang ein Downgrade von Vista nach XP zu unterstützen. Dabei lassen sich bestimmte Versionen des Betriebssystems abwerten, falls Vista nicht den Anforderungen entspricht.
Microsoft bietet Vista-Käufern eine so genannte Downgrade-Option an. Hat der Nutzer seine Vista-Lizenz bereits eingelöst, stellt dann aber fest, dass das Betriebssystem auf Geschäfts- oder Privat-PC nicht einwandfrei genutzt werden kann, darf er kostenfrei Windows XP darüber installieren. So möchte Microsoft verhindern, dass Kunden einen finanziellen Nachteil erleiden, wenn sie sich gegen Vista entscheiden.
Laut Lizenzvertrag ermöglicht Microsoft jedoch nur das Downgrade von Vista Ultimate und Vista Business. Auch die XP-Version, auf die abgewertet wird, gibt der Konzern vor: XP Professional, Professional 64-bit und Tablet PC Edition. Zudem muss die Vista-Version, bei der ein Downgrade vorgenommen werden soll, bereits vorinstalliert sein oder als abgespeckte Systembuilder-Variante vorliegen - als Standalone verkaufte Vista-Packungen funktionieren nicht.

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Wählerisch: Das Downgrade funktioniert nur mit bestimmten Windows-Versionen.
Verlängerungen trüben Vertrauen
Bislang war dieses bewusste Abwerten bis zum 31. Januar 2009 möglich, jetzt verlängert Microsoft um ein halbes Jahr auf den 31. Juli. Ein Microsoft-Sprecher kommentierte die Entscheidung folgendermaßen: "Es entscheiden sich zunehmend mehr Personen für Windows Vista. Damit sie diesen Schritt zuversichtlich durchführen, bietet Microsoft eine verlängerte Downgrade-Option an."
Diese Entscheidung wirkt, als hätte Microsoft seinerseits wenig Zuversicht in den Erfolg von Vista. Bis Ende Juli können Nutzer noch auf XP-Versionen wechseln, bereits Ende 2009 erscheint laut CEO Steve Ballmer der Vista-Nachfolger Windows 7. Übrig bleibt ein Zeitfenster von weniger als einem halben Jahr, in dem Privatleute - aber vor allem Geschäftskunden - einen Grund hätten, auf Vista zu wechseln.
Ratsamer und vor allem kostengünstiger erscheint es da, Windows Vista komplett zu überspringen. Denn auch beim Verkauf von XP-Lizenzen stärkte Microsoft in der Vergangenheit dem jüngsten Windows-Spross nicht gerade den Rücken. Den Verkauf der Systembuilder-Versionen verlängerte der Konzern vom 30. Juni 2008 auf den 31. Januar 2009 - Lizenzen für Ultra-Lowcost-PCs (ULPCs) und leistungsarme Netbooks gibt es sogar bis 2010. Wenn Microsoft selbst mit diesen Verlängerungen sein Vertrauen in die Attraktivität von Vista leugnet, ist die Skepsis der potentiellen Kunden nur verständlich.
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