Mehr Platz und Produktivität durch zweiten Bildschirm
Flotter Dreier: Ein Computer, zwei Monitore
Jan Johannsen
Auf dem Schreibtisch von Bill Gates standen zu seiner Zeit als Microsoft-Chef drei Monitore: Einer für E-Mails, einer zum Surfen und einer zum Arbeiten. Aber auch Grafiker, Layouter oder Webdesigner arbeiten gerne mit mehr als einem Monitor. Mit einem zweiten Bildschirm soll man seine Produktivität um bis zu 50 Prozent erhöhen können.
Zu diesem Ergebnis kommt der Monitorhersteller NEC in einer Vergleichsuntersuchung, in der die Arbeit an einem normalen Monitor mit der Arbeit an zwei Monitoren oder einem Widescreen-Monitor verglichen wurde. Als Verkaufsargument für Firmenkunden rechnet NEC auch gleich die Einsparpotentiale aus. Aber nicht nur Firmen, die am Verkauf von Monitoren interessiert sind, untersuchen die Auswirkungen der Arbeit mit mehreren Monitoren.
Die Marktforscher von John Peddie Research kommen in einer Untersuchung auf eine Steigerung der Produktivität um 20 bis 30 Prozent. Auch Microsoft hat schon die eigene Forschungsabteilung auf das Thema angesetzt. Das Ergebnis der Studie war, dass schon große Monitore Vorteile mit sich bringen, zwei Bildschirme eine Produktivitätssteigerung ermöglichen und drei Displays das Ideal darstellen.
Was Sie brauchen
Einen zweiten Monitor an einen Computer anzuschließen, ist einfach. Fast alle Rechnermodelle der letzten zwei Jahre sind dazu in der Lage. Als erstes müssen Sie überprüfen, ob ihr PC eine Grafikkarte mit zwei Ausgängen besitzt. Ist nur ein VGA-, DVI- oder HDMI-Ausgang vorhanden, benötigen Sie eine zweite Videokarte. Ältere, ausreichende Grafikkarten-Modelle erhalten Sie bereits für weniger als 50 Euro.
Es gibt auch externe Adapter für Monitore, fest eingebaute Grafikkarten bringen jedoch eine bessere Leistung. Falls Sie zwei einzelne Grafikkarten nutzen, achten Sie darauf, dass sie dieselben Spezifikationen besitzen, so ist das Bild auf beiden Bildschirmen immer von gleicher Qualität.

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Arbeiten wie Bill Gates: Ein Monitor für Video, einer für den Browser und einer für die Mails.
(Klick vergrößert.)
Professionelle Bildbearbeiter nutzen ein Display meist nur für die Anzeige des Bildes. Alles, was vom Motiv ablenkt, aber nötig ist wie die Palette mit den Werkzeugen, lagern sie auf den zweiten Monitor aus. Ihnen reicht beim zweiten Display unter Umständen auch ein kleineres Format - so wie beim Samsung Syncmaster 2263DX.
Probleme können bei modernen Grafikkarten entstehen, die aus zwei Karten bestehen, die zu einem so genannten SLI-Verbund gekoppelt sind. Um mit zwei Monitoren arbeiten zu können, muss der Verbund zuerst in den Software-Einstellungen deaktiviert werden. Die aktuellen Versionen von Windows oder Mac OS X haben kein Problem damit, zwei Monitore mit einem Bild zu versorgen.
Den richtigen Monitor auswählen
Für die ersten Versuche reicht ein alter 17-Zoll-Monitor aus, der sich noch in vielen Abstellkammern befindet. Die Verwendung verschiedener Monitorarten ist kein Problem, nur Röhrenbildschirme und TFTs können nicht zusammen verwendet werden. Erfahrungsberichten zufolge ist es angenehmer, Bildschirme der gleichen Größe zu verwenden.
Brauchbare Displays mit 19 Zoll erhält man bereits für unter 150 Euro. Größer als diese 19 Zoll sollten die einzelnen Monitore nicht sein. Ansonsten wird nicht nur der Raum, den sie auf dem Schreibtisch einnehmen, groß, sondern auch ihre Fläche. Wer dann zu nah vor den Bildschirmen sitzt, strengt seine Augen zu sehr an und wird keine Vorteile erzielen. Dies gilt vor allem für Displays im Widescreen-Format (16:9 oder 16:10).
Monitore und Computer müssen über identische Anschlüsse verfügen. Viele Monitore verfügen sowohl über einen analogen VGA- als auch einen digitalen DVI-Anschluss. Das erleichtert die Auswahl. Bei ganz neuen Computern könnte auch ein HDMI-Anschluss vorhanden sein. Asus hat mit dem VW223B sogar einen Monitor im Katalog, der über USB bis zu sechs Geräte an einen Rechner anschließen kann.
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Wer auf gute Bildqualität wert legt, sollte darauf achten zwei identische Monitore zu verwenden. Nicht nur der gleiche Typ, sondern auch möglichst aus der gleichen Produktionscharge - also zumindest zusammen gekauft.
Wenn man beide Monitor sehr dicht nebeneinander stehen hat, sieht man auch minimale Helligkeits- oder Farbunterschiede doch sehr deutlich und muss dann langwierig versuchen die Einstellungen halbwegs aneinander anzugleichen, das zumindest das Hintergrundbild auf beiden Monitoren gleich aussieht.
Sehr praktisch ist der zweite Monitor auch zum TV gucken :-)
Mich überfordern Dual-Screen Systeme immer. Lieber einen großen und eine Maus mit einigen Zusatztasten als ein zweiter TFT.
Wobei drei lass ich mir schon wieder einreden. Ist ideal für eine Rennsimulation.
Dieser Artikel kommt viel zu spät. In Zeiten von 24"-Breitbild-TFTs sind Zweitmonitore überflüssig.
"Die Verwendung verschiedener Monitorarten ist kein Problem, nur Röhrenbildschirme und TFTs können nicht zusammen verwendet werden."
Warum kann man keinen CRT zusammen mit einem TFT verwenden?
Zitat:
Hi mö!
Das ist Ansichts- oder Geschmackssache und darüber lässt sich ja bekanntlich lange streiten. Du hast natürlich damit recht, dass man mit einem 24 Zoll großen Monitor einen wesentlich größeren Bildschirm hast als bei alten 20 oder gar 17 Zoll Modellen.
Ich persönlich finde es aber übersichtlicher Fenster mit verschiedenen Aufgaben auf unterschiedliche Monitore zu legen, als sie auf einem großen Display nebeneinander zu haben. Da ich ein Mensch bin, der gerne nur ein Fenster auf einem Monitor offen hat, bringt mir ein 24-Zöller weniger als zwei 20-Zöller. Außerdem lassen sich mehrere Monitore augenfreundlicher Aufstellen als ein Einzelner mit der gleichen Fläche.
Grüße
Capa
Zitat:
Warum kann man keinen CRT zusammen mit einem TFT verwenden?
Hallo v1984!
Verwenden kann man sie schon zusammen, jedoch sind die möglichen Fehlerquellen wesentlich höher als wenn andere Monitore zusammen verwendet werden. Deswegen die verkürzte Darstellung, dass die beiden nicht zusammen verwendet werden können.
Grüße
Capa
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