Studie geht der Frage nach, wie hoch der Wert von Linux ist
Berechnet: Linux ist 10 Milliarden US-Dollar wert
Software
Was nichts kostet, ist auch nichts wert? Weit gefehlt! Die Linux Foundation hat die Kosten berechnen lassen, die die Entwicklung von Linux in einem kommerziellen Kontext verursacht hätte. Als Grundlage für die Schätzung wurde die Linux-Distribution Fedora 9 gewählt. Das Ergebnis entspricht mit 10,8 Milliarden US-Dollarn den geschätzten Kosten für die Entwicklung von Windows Vista.
Um den Wert einer Software zu berechnen, gibt es das von Barry W. Boehm entwickelte COnstructive COst MOdel (COCOMO) aus dem Jahre 1981. Die Studie der Linux Foundation geht davon aus, dass Fedora in der aktuellen Version circa 204 Millionen Codezeilen enthält. Dabei wurden alle Quellcodepakete der Community-Distribution ausgewertet - allerdings ohne Leerzeichen und Kommentare.Die Autoren der Studie kommen in ihrer Kalkulation auf 60.000 Mann-Jahre für die Erstellung des Codes. Geht man von 60.000 Entwicklern aus, die einen Zeitraum von 25 Jahren für die Erstellung von Fedora 9 zur Verfügung gestellt bekommen, käme man nach dem COCOMO-Modell auf 10,8 Milliarden US-Dollar Produktionskosten.
Der Betrag entspricht den Schätzungen für die Entwicklung von Windows Vista, wobei die Microsoft-Mitarbeiter mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 200.000 US-Dollar berücksichtigt wurden, also deutlich teuerer sind, als die bei Fedora als Bemessungsgrundlage genommen amerikanischen Durchschnittsentwickler.
Bleibt nur noch die Frage offen, was der praktische Zweck der theoretischen Studie ist. Vielleicht will man die Skepsis in Chef-Etagen gegenüber kostenloser Software aus den Weg räumen? Vielleicht soll aber auch nur der Flame-War im Netz frisches Futter bekommen. Dann fangen wir bei netzwelt schon mal an und behaupten einfach mal: Gott sei Dank hat der Gigant aus Redmond nicht Linux entwickelt. Das wäre mit den Microsoft-Ressourcen nämlich mehr als doppelt so teuer geworden.
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