Weniger Schwachstellen als 2007, dafür gefährlicher
Microsoft-Sicherheitsbericht: Bedrohungen nehmen zu
Sicherheit
Microsoft hat den aktuellen Security Intelligence Report veröffentlicht. Darin analysiert der Konzern die Entwicklung von Bedrohungen, denen Computer ausgesetzt sind. Für den untersuchten Zeitraum von Januar bis Juni 2008 gilt dabei: Weniger Schwachstellen - die sind dafür gefährlicher.
Microsofts Malware Protection Center kümmert sich nicht nur um den Schutz der Nutzer, sondern beobachtet über die Jahre hinweg auch, wie sich Gefahren verändern. Aus den Daten von mehreren hundert Millionen Personen erstellt Microsoft daher zweimal im Jahr eine Zusammenfassung dieser Ergebnisse, genannt Security Intelligence Report (SIR).
Von Januar bis Juni 2008 wurden Auswertungen eigener Programme wie Windows Defender, Windows-Tool zum Entfernen bösartiger Software oder E-Mail-Dienste vorgenommen, auch Partner steuerten Informationen bei. Seit zwei Jahren führt Microsoft diesen SIR mittlerweile durch, anhand der vorangegangenen Analysen zeigt der Konzern Trends für die IT-Sicherheit auf:

![]()
![]()
Entwicklungsländer sind laut Microsoft stärker von Malware betroffen.
(Klick vergrößert.)
Weniger Sicherheitslücken, aber schwerwiegender: Zwar fiel laut Microsoft die Anzahl der Sicherheitslücken um vier Prozent gegenüber dem zweiten Halbjahr 2007 und um 19 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2007. Doch nach Einschätzungen des Common Vulnerability Scoring Systems (CVSS) stieg die Anzahl der Schwachstellen mit hohem Bedrohungsgrad seit dem letzten Halbjahr um 13 Prozent. Damit sind 47 Prozent aller entdeckten Sicherheitslücken in der höchsten Gefahrenstufe High Severity angesiedelt.
Windows weniger gefährdet, erst recht Vista: Der Sicherheitsreport stellt heraus, dass mehr als 90 Prozent aller analysierten Sicherheitslücken nicht im Betriebssystem zu finden waren, sondern in Applikationen. Dabei sei Windows Vista gegenüber XP mit sechs statt 42 Prozent der Browser-basierten Angriffe signifikant besser geschützt. Auch seien die 64-bit-Versionen seltener Ziel von Angriffen als ihr 32-bit-Pendant.

![]()
![]()
Der Anteil schwerwiegender Bedrohungen nimmt zu.
(Klick vergrößert.)
Sicherheitslücken in der Öffentlichkeit: Laut des SIR waren 32 Prozent der so genannten Exploits, welche existierende Schwachstellen von Programmen und Betriebssystemen ausnutzen, öffentlich im Internet dokumentiert. Gleichzeitig schien das Sicherheitsbewusstsein der Nutzer angestiegen zu sein: Gegenüber dem Vorjahr wurden 43 Prozent mehr Programme entfernt, die als schädlich gelten.
Viel Spam, Datenverlust durch Diebstahl: Anhand der Daten von Microsoft Exchange ließ sich feststellen, dass 90 Prozent der E-Mails unerwünschter Spam ist. Der Anteil von Mails, die über Phishing an die Kontodaten gelangen wollten, lag allerdings nur bei 2,5 Prozent. Hauptursache für Datenverlust ist wie in 2007 auch im ersten Halbjahr 2008 der Diebstahl des Computers mit 37,2 Prozent. Immerhin 23 Prozent der Datenverluste gehen laut Microsoft auf das Konto von Hackerangriffen.
Den kompletten Sicherheitsreport finden Sie unten in den Links zum Thema.
Weitere Artikel zum Thema
-
Microsoft-Patchday: Drei kritische Sicherheitslücken
Am 13. Mai gibt es Updates für Windows und Office-Suite
-
Patch-Day: Microsoft hat ein kritisches Loch zu stopfen
Am 11. November werden insgesamt zwei Sicherheitslücken behoben
-
Patch Day: Microsoft schließt ein Dutzend Lücken
Der August bringt sieben kritische und fünf wichtige Updates
Links zum Artikel
Mehr über: Microsoft, Sicherheit, Windows Vista, Windows XP, Datenschutz, Phishing, Internet, Browser, Software, Virenschutz
Jetzt sind Sie dran.
Kommentieren
Microsoft-Sicherheitsbericht: Bedrohungen nehmen zu
Was sagen Sie dazu?
Diesen Artikel verlinken
Dieser Artikel steht unter einer Creative Commons-Lizenz.
nach oben



