Amerikanische Wissenschaftler entwickeln Software zum Schlüssel-Kopieren
Schlüssel-Diebstahl: Ein Foto genügt zum Duplizieren
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Stellen Sie sich vor: Sie sitzen in der Mittagspause im Cafe, vor Ihnen liegt Ihr Schlüsselbund samt Portemonnaie und Handy auf dem Tisch. Um Sie auszurauben, müssen Diebe nicht einmal näher als sechzig Meter an Sie heran: Sie schießen einfach aus sicherer Entfernung ein Foto von Ihrem Schlüssel, machen sich einen eigenen und räumen dann in aller Ruhe Ihre Wohnung aus. Diesen Schaden könnte ein in Amerika entwickeltes Computerprogramm anrichten, wenn es in die falschen Hände gelangt.
Foto reicht für eine Schlüssel-Kopie
Stefan Savage - Professor an der Universität von Kalifornien in San Diego (UCSD) leitete das Studenten-Projekt, bei dem die Software "Sneakeys" entstand. Er schildert in einer UCSD-Pressemitteilung: "Fortschritte im digitalen Abbilden von Gegenständen machen es möglich, Schlüssel einfach aus der Entfernung zu duplizieren, ohne das derjenige etwas mitbekommt." In verschiedenen Härtetests demonstrierten die Wissenschaftler ihre Software: Sie fotografierten Schlüssel mit einer Handy-Kamera und mit einem Teleobjektiv aus über sechzig Metern Entfernung - die Software lieferte die exakten digitalen Kopien der Schüssel.
"Früher konnten nur Experten anhand von hochauflösenden Fotos in Kleinarbeit Kopien erstellen, jetzt lässt sich das ohne Fachwissen automatisch mit der Software machen", erklärt Savage. Die Software ist in der Lage, aus einem Foto verschiedene Perspektiven zu errechnen, anhand derer sich die Tiefe der Einkehrbungen im Bart des Schlüssels bestimmen lässt.

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Sneakey: Aus über 60 Metern Entfernung kann ein Foto von einem Schlüssel geschossen und dieser dann dupliziert werden.
Ratschlag: Die Schlüssel wie die Kreditkarte schützen
Die Forscher haben zwar ihre selbstprogrammierte Sneakeys-Software nicht veröffentlicht, sind aber der Meinung, dass sich ein ähnliches System relativ einfach mit dem Programm MatLab entwickeln lässt - einem Programm, das zur Lösung mathematischer Probleme und zur grafischen Darstellung der Ergebnisse dient. Wer dies schafft, könnte jeden beliebigen Schlüssel nachmachen. Das bedeutet auch: Es wäre jeder in Gefahr, dessen Schlüssel auf einem Foto zu sehen ist. In der Foto-Community Flickr lassen sich Savage zufolge beispielsweise viele Opfer finden.
"Die Leute denken meist daran, ihre Kredikartennummern unkenntlich zu machen oder die Nummern auf dem Führerschein. Bei Schlüsseln hingegen ist keiner so vorsichtig." Sein Ratschlag, um einen Missbrauch zu verhindern: Die Schlüssel genau wie die Kredikarte behandeln und nur dann aus der Tasche nehmen, wenn sie auch wirklich gebraucht werden.
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