Inflation bei Preisen für Adresse, Kontodaten und Passwörtern
Diebstahl: Online-Identitäten bringen nur 100 Euro ein
Sicherheit
Die Angst vor Identitätsdiebstahl im Netz ist akut, Programme sollen vor den Cyber-Kriminellen schützen. Eine Untersuchung hat jetzt überraschende Ergebnisse geliefert: Eine komplette virtuelle Identität inklusive Passwörtern und Kontodaten wird für nicht einmal 100 Euro auf dem Schwarzmarkt gehandelt.
Die britische Initiative für Internet-Sicherheit, Get Safe Online, hat eine Untersuchung zum Verkauf von illegalen Identitäten durchgeführt. Kriminelle, die eine solche gestohlene Identität nutzen, erwirtschaften nach den Ergebnissen von Get Safe Online im Durchschnitt 16.000 Euro. Dabei werde in den meisten Fällen versucht, schnell möglichst viel Gewinn aus einer Identität zu pressen und zur nächsten zu wechseln.
Doch auf dem globalen Markt an gestohlenen Online-Identitäten scheint es eine Art Inflation zu geben: Die Initiative fand heraus, dass eine komplette Identität für gerade einmal 100 Euro verkauft werde. Und "komplett" bezeichnet in diesem Fall ein lückenloses Portfolio aus Name, Adresse, Kreditkarten-Daten, Kfz-Kennzeichen und sogar Passwörtern. Eine einzelne solche Informationen schlägt mit nicht einmal fünf Euro zu Buche.

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Get Safe Online: Initiative gegen Identitätsdiebstahl im Netz.
(Klick vergrößert.)
Die Untersuchung zeigt die Tendenz auf, dass der Markt an gestohlenen Identitäten derzeit gesättigt sein könnte. Dies jedoch als einen positiven Effekt zu bewerten, wäre falsch, denn die inflationären Preise kommen durch die schiere Menge an gekaperten Identitäten zustande. Das Sicherheitsbewusstsein der Nutzer muss also zu wünschen übrig lassen, das bestätigen auch die Ergebnisse von Get Safe Online: Etwa die Hälfe der untersuchten User hielt ihre Sicherheits-Software nicht auf dem neuesten Stand.
Abgesehen vom reinen Virenschutz sorgen vor allem Spyware und gefälschte Phishing-Websites dafür, dass sensible Daten in die Hände von Kriminellen gelangen. Auch gegen Phishing schützten sich nicht einmal 50 Prozent der Befragten, 23 Prozent hatten die Spyware nicht im Visier. Ebenfalls fatal für die Sicherheit der persönlichen Informationen: Jeder fünfte Nutzer benutzte für sämtliche Online-Dienste das gleiche Passwort.
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